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Marzanna Kielar
geboren 1963 in Goldap. Studium der Philosophie, lebt als Lyrikerin, Redakteurin und Filmkritikerin in Warschau. 1993 Preis der Koscielski-Stiftung in Genf, 1999/2000 Stipendium an der Akademie Schloß Solitude.
Bisher erschienen die Lyrikbände Sacra Conversazione (1992) und Materia Prima (1999), in deutscher Übersetzung von Renate Schmidgall der Band In den Rillen eisiger Stunden (2000).
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Im Garten, barfuß
ich streife eine Ameise von meinem Fuß
und schaue, was sie mit dem geschenkten Leben macht,
mit ihrem Tropfen Zeit.
Wie sie, im gelben Licht des Weges, die anderen einholt,
die eben ein Insekt töten, emsig, gierig.
Sie ist sich meines kurzen Zögerns nicht bewusst.
Am heißen Stein, in der Flut der Sonne, der schweren Früchte
siehst du nur dies, du angeblich scharfes Auge,
blindes Auge des Dichters:
nur die raubtierhafte Blüte mit dem schönen griechischen Namen
(Thanatos), wie sie sich öffnet und schließt.
Und du kannst nicht begreifen, noch prüfen, auf keine lebendige
Weise. Das, was auch dir gegeben sein wird, ein für alle Mal;
die fast schwarzen, süßen
Kirschen bluten in meiner Hand
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