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Olga Martynova
geboren 1962 in Dudinka, Gebiet Krasnojarsk, aufgewachsen in Leningrad, Studium der russischen Sprache und Literatur (Diplom 1987). Olga Martynova lebt und arbeitet seit 1991 mit Mann (Autor Oleg Jurjew) und Sohn in Deutschland.
Zahlreiche Veröffentlichungen in russischsprachigen Periodika, Übersetzungen in das Deutsche, Französische und Englische.
Gedichtsammlungen:
- Postup janvarskich sadow (Schrittgang der Januargärten), Moskau 1989.
- Sumaschedschii kusnetschik (Der verrückte Grashupfer), St. Petersburg 1993.
- Tschetyre vremeni notschi (Vier Jahreszeiten der Nacht), St. Petersburg 1998.
- Übersetzungen der Gedichte von Elke Erb und der Autorin seit 1999 in manuskripte, Buchbesprechungen und Essays in deutschsprachigen Medien (u.a. Die Zeit, Der Tagesspiegel).
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Linie des Himmels, Ansicht eines einsamen Bergs, einer Hügelkette,
Ein einzeln stehender Baum,
Wald, in der Mitte des Jahrs und Tags unter Sonnenrauch.
Das Tagwerk schattierender Abend,
Im Morgenhimmel hat sich ein Busch aufgebäumt,
Oder Regen geht. Wieviel Müdigkeit brauchts, sie zu lieben,
Diese Muße, in der kein Zeitverlust schreckt, am Ende des Lebens, Tags,
Diesen Bussardflug überm gepflügten Feld, diesen Kuhgeruch,
Diesen Geruch von fremdem Schweiß und Rebengeruch, eine Bauernregel.
Wie wenig muß man sehen oder, umgekehrt, wie viel hinter diesem Strich,
Der heranrückt am Abend des Lebens, Tags,
Wenn die Engel aus dem fließenden Feuer
Blicken. Ihre Gesichter sind müßig streng.
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